Verein Aktives Hochdorf

VAH / Grüne Hochdorf

Der Verein

  • Die Wurzeln des Vereins Aktives Hochdorf (VAH) sind in den «Hochdorfer Jugendunruhen» anfangs der Achtzigerjahre zu suchen. Damals wehrten sich Jugendliche gegen die einschränkende Benutzung des Pfarreizentrums für sie und die wenig nahbare Art des Zentrumsleiters. «Hochdorfer Jugendliche fühlen sich übergangen», titelte die «Luzerner Neusten Nachrichten» am 30. März 1981 einen Artikel über die Kirchgemeindeversammlung an diesem Tag, an dem die «Jugendprobleme» des Dorfes zur Sprache kommen sollten.
  • Im Sommer 1982 sodann wehrte sich eine ad-hoc-Gruppe gegen das Projekt der Gemeinde, das alte Spritzenhaus für verschiedene Zwecke umzubauen und zu renovieren, unter anderem für die Martinizunft. Sie forderte auf einem Flugblatt ein Kulturzentrum, das sich hier, zusammen mit dem Lunapark, errichten liesse.
    Schliesslich wurde auf den 30. September 1982 zu einer Vollversammlung in den kleinen Saal des Hotels Kreuz eingeladen. «Hochdorf hat sich in letzter Zeit zu einem politischen Refugium v.a. zweier Parteien entwickelt und präsentiert sich heute in oppositionsloser Eintracht», hiess es auf dem Flugblatt. Rund 50 Personen nahmen an der Versammlung teil und beschlossen, einen Verein zu gründen, der sich auf Sachpolitik ausrichten solle. Am folgenden 7. Dezember wurde dieser Verein gegründet. Paul Schmid wird zum ersten Präsidenten gewählt.
  • 1983 nahm der VAH mit Beat Bussmann erstmals an Gemeinderatswahlen teil. Die Art Opposition des VAH war neu für Hochdorf. Und unbequem: Der damalige Vikar Hans Erni beschwörte gar ab der Kirchenkanzel, dass man dieser Elemente wegen nicht zu grosses Aufhebens machen solle, sie würden so schnell verschwinden, wie sie aufgetaucht seien. Er sollte sich täuschen!
  • Der VAH mischte sich in der Folge regelmässig in die Politik ein. Im April 1984 verfasste eine Gruppe einen 60-seitigen Bericht an den Regierungsrat zum kantonalen Richtplanentwurf. Später zog er oft mit Einsprachen den Unmut von bauwilligen Investoren auf sich.
  • Immer wieder machte und macht der VAH mit originellen 1. Mai-Aktionen auf sich aufmerksam.
  • Am 17. November 1984 verlieh der VAH erstmals seinen Wanderpreis, die Aktiva, an einen aktiven Hochdorfer. Die Bevölkerung wurde über den «Seetaler Boten» aufgerufen, eine verdiente Persönlichkeit vorzuschlagen. Erster Preisträger war Walter Käslin. 1995 wurde die Aktiva zum letzten Mal verliehen.
  • Einige Jahre mischte sich der VAH mit einem öffentlichen Zmorge im Lunapark unters Volk. Mehr als einmal nahm der Verein auch mit einem eigenen Sujet am Fasnachtsumzug teil.
  • 1986 forderte der VAH mit einer Volksinitiative, den Schlittelhang nordwestlich der geplanten Überbauung Lindenhof freizuhalten. Diese wurde vom Volk abgelehnt.
  • 1987 nahm der VAH mit Alfons Schmid zum zweiten Mal an Gemeinderatswahlen teil. Franz Lampart wurde in den Grossrat gewählt.
  • 1988 (unter anderem) setzte sich der VAH für die Wiedereinführung der Gemeindeversammlung ein.
  • 1991 fand die erste Velobörse statt. Diese ist seither immer am zweiten Samstag der Osterferien angesagt. 1992 stand gar eine Velowoche auf dem Programm.
  • Ab den neunziger Jahren mutierte der VAH zunehmend auch zum Kulturverein. Ihm ist es zu verdanken, dass das Sudhaus der ehemaligen Brauerei Hochdorf, der Brauiturm, stehen bleiben und zu einem Ort der Kleinkultur werden konnte. Aus dieser Initiative entstand auch der Verein «Kultur i de Braui», der den Turm seit der Eröffnung des Kulturzentrums Braui bespielt.
  • Längst hat sich der Verein Aktives Hochdorf als engagierte (linke) Kraft im Gemeindeleben von Hochdorf verankert. Sein unermüdliches und mit den Jahren in den Vordergrund gerücktes Engagement in der Kultur zeigt sich schon darin, dass er bisher drei Kulturpreisträgerinnen und -träger hervorgebracht hat: Cäcilia Albrecht, Magrit Bischof, Hansruedi Zeder, Fladi Frey und Familie «Feldini» Felder.