Anlass für den Ausflug vom vergangenen Samstag (29. August 2026) war die Diskussion um das Abfallentsorgungsreglement, das die Stimmenden im Mai 2025 hochkant abgelehnt hatten. Streitpunkt war damals, dass die Gemeinde auch beim Grüngut verursachergerechte Gebühren einführen und den Sammelauftrag an den Gemeindeverband für Abfallverwertung Luzern-Landschaft (Gall) übergeben wollte. Nach dem Nein beschloss der Gemeinderat, an der bisherigen Regelung festzuhalten. Das Grüngut wird deshalb weiterhin auf dem Landwirtschaftsbetrieb Wilhof in Hohenrain kompostiert und in der Biogasanlage Inwil verwertet.

Wie das geschieht, wollte der Verein Aktives Hochdorf/Grüne genau wissen. Er lud deshab zu Besichtigungen vor Ort ein. Die Zahlen, welche die rund 20 Teilnehmenden beidenorts vernahmen, waren eindrücklich. Die 2009 eröffnete «SwissFarmerPower» in Inwil, eine Initiative der Landwirtschaft und von Energieversorgern, verarbeitet pro Jahr rund 70’000 Tonnen Biomasse und produziert daraus etwa 36 Millionen Kilowattstunden Energie, den grössten Teil in Form von Gas. Es gehe unter anderem darum, überschüssigen Hofdünger zu verwerten und Kreisläufe in der Natur zu schliessen, erklärte Geschäftsführer Philipp Gassner. Dies geschieht hoch automatisiert und mit wenig Personal.
Zu viel Plastik und Metall im Grüngut
Auf dem Wilhof bei Familie Elmiger in Hohenrain dagegen ist viel Handarbeit angesagt. Sepp Elmiger, der den Betriebszweig Kompostierung ab 1996 aufbaute, und sein Sohn Andreas verarbeiten jährlich rund 800 Tonnen Grüngut. Jeden Bagger-Greifer kontrollieren sie mit ihren Augen und der Mistgabel, um Plastikfetzen und -säcke herauszulesen, die Menschen achtlos in die Grüngut-Tonne werfen – nebst allerlei Metallgegenständen. Dies alles in einer Menge, welche die VAH/Grüne-Besucherinnen und Besucher erschreckte, für Elmigers aber längst Alltag ist.
Die Besuche in Inwil und Hohenrain führten vor Augen, welch wertvoller Rohstoff Grüngut ist und dass es in der Natur nur Kreisläufe, jedoch keinen Abfall gibt. Grüngut setzt Energie frei – buchstäblich. Umso mehr, je sorgfältiger damit umgegangen wird.
