Nein zum Parkplatz Scherermatte und deshalb Nein zum Budget 2019

Wer nicht will, dass auf der Scherermatte in Hochdorf, der letzten Grünfläche im Dorfzentrum dieser Grösse, ein Parkplatz gebaut wird, muss das Budget ablehnen, über das am 25. November 2018 an der Urne abgestimmt wird. Die SP Hochdorf und VAH/Grüne Hochdorf begründen auf einem Flugblatt, das heute an alle Haushaltungen verschickt wurde, ihre Haltung. Im Wortlaut:

Geschätzte Stimmbürgerin, geschätzter Stimmbürger

Sind Sie der Meinung, dass Hochdorf einen Parkplatz auf der Scherermatte braucht? Wenn nicht, sollten Sie das Budget und den Finanzplan 2019 am 25. November unbedingt ablehnen.

Denn dieses Parkplatzprojekt ist fester Bestandteil des lnnovationsplans 2019 und soll – geht es nach dem Willen des Gemeinderates im Frühjahr 20!9 gebaut werden.

Der Gemeinderat meint,

  • dass der Bedarf für öffentliche Parkplätze ausgewiesen sei. Wir sagen: der Bedarf an Parkierungsmöglichkeiten ist mit dem bestehenden Angebot gedeckt. Und wir fragen: wo ist der konkrete Nachweis, dass es mehr braucht?
  • dass bei Grossanlässen zu wenig Parkplätze zur Verfügung stehen. Wir sagen: gerade an den Wochenenden, an denen in der Regel solche Anlässe stattfinden, stehen in Hochdorf zohlreiche Parkierungsmöglichkeiten leer (Migros, lndustriebetriebe usw.); man muss halt mit den zustandigen Besitzern verhandeln.
  • dass mit einem Parkplatz Scherermatte Suchverkehr im Zentrum vermieden werden könnte. Wir sagen: dafür stünde dieser Parkplatz am falschen Ort. Und was noch viel wichtiger ist: Diese Matte im Zentrum ist für einen Parkplatz viel zu schade. Stattdessen soll sie ein Ort der Begegnung und des Spiels werden ein Ort, wo man sich gerne aufhält.
  • dass mit dem Parkplatz Scherermatte jährlich CHF 30’000 erwirtschaftet werden können. Wir fragen: wie soll dos gehen, wenn schon dos Parkhous Braui zu gewöhnlichen Zeiten oftmals halb leer steht?

Ein Ja zum Budget 2019 bedeutet Ja zum Parkplatz Scherermatte. Der umstrittene Parkplatz lässt sich nur mit der Ablehnung des Budgets 19 und des Finanzplans verhindern.

Legen Sie deshalb ein «Nein» in die Urne!


Im «Seetaler Bote» vom 8. November 2018 haben zwei VAH-Mitglieder in Leserbriefen gegen das Parkplatzprojekt Stellung genommen:

250‘000 Franken und andere Ideen dafür

Der Gemeinderat Hochdorf will nächstes Jahr 250‘000 Franken ausgeben für gut 60 Parkplätze auf der Scherermatte. Der Gemeinderat treibt auch die Südumfahrung von Hochdorf voran. Die Leute wollen autofahren und parkieren. Also macht der Gemeinderat auto-mobil. Der Bedarf für die Parkplätze sei «ausgewiesen» und deren Finanzierung «nachhaltig», schreibt er.

Solchen Argumenten ist natürlich schwer beizukommen. Ich versuche es mit Vorschlägen dafür, was man mit 250‘000 Franken sonst noch anstellen könnte, um «mehr als ein Zentrum» zu werden:

  • Eine Aktion starten, um die Bevölkerung für eine andere, nicht autofixierte Mobilität zu begeistern – so, wie es die IG querfeldNein im Januar 2016 den Seetaler Gemeinderäten in einem Workshop vorschlug.
  • 50 Hochdorfern je 2000 Franken an den Kauf eines Elektro-Lastenvelos zur Verfügung stellen. Damit wird selbst der Wochenend-Einkauf zum Kinderspiel. Und parkiert werden kann vor jedem Laden.
  • Den Betrag einer Gruppe zur Verfügung stellen mit dem Auftrag, ein Konzept für die Nutzung der alten Schererscheune und der Scherermatte zu entwickeln. Weil das letzte bauliche Zeugnis von Hochdorfs landwirtschaftlicher Vergangenheit erhalten gehört und das Ensemble mit den alten Bäumen, der Scheune und Wiese das Potenzial zu einem Begegnungsort hat.
  • Nachschlagen, wie viel Verkehrsfläche ein Auto braucht im Vergleich zu einem Velo oder Fussgänger (gratis).
  • Den Betrag der Kirchgemeinde als Eigentümerin des Kirchplatzes zur Verfügung stellen mit der Auflage, dort Bäume zu pflanzen und einen Brunnen hinzustellen.
  • Die Parkplatzpflicht für Neubauten lockern und damit Eigentümer/Mieter bevorzugen, die ohne eigenes Auto auskommen wollen.
  • Die Schulwege fürs Velo attraktiv machen und ein Bike-to-School-Programm lancieren. Sich bewusst werden, dass ein Parkplatz neben einem Schulzentrum diesem Anliegen widerspricht (gratis).
  • 500 Exemplare des Buches «Städte für Menschen» des dänischen Architekten und Stadtplaners Jan Gehl beschaffen und an der Oberstufe zur Pflichtlektüre erklären.
  • Veranstalter von Grossanlässen unterstützen, die für Besucherinnen und Besucher, die ohne Auto anreisen, Fahrdienste anbieten.

Wer den Parkplatz Scherermatte nicht will, muss das Budget 2019 ablehnen. Einzelausgaben zu diskutieren und zur Abstimmung zu bringen, geht in Hochdorf leider nicht.

Dominik Thali, Hochdorf

Nein zum Parkplatz auf der Scherermatte

64 Parkplätze sollen auf der Scherermatte nach dem Willen des Gemeinderates entstehen. Mit den zusätzlichen Parkplätzen soll Suchverkehr für Parkplätze im Zentrum vermieden werden. Dies ist eine von verschiedenen Massnahmen zur Umsetzung der Vision 2017 bis 2029, sagt der Gemeinderat.

Ich frage mich, was der Gemeinderat unter Vision versteht? 64 Parkplätze in einem aufwendig renovierten, verkehrsberuhigten Schulgebiet auf einer der letzten grünen Wiesen erstellen? Autofahrer, die im Dorfzentrum keinen Parkplatz finden, müssten durch das Dorf auf die Wiese fahren, mitten im Schulgebiet parken und danach zu Fuss ins Dorf zurücklaufen, um ihre Einkäufe zu tätigen und diese wieder zurückzuschleppen!

Meine Vision sieht anders aus. Die Wiese könnte eine der schmerzlich vermissten Begegnungszonen werden. Durch die Nähe zur Schule wäre es ein idealer Treffpunkt für Jung und Alt. Es gäbe Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten, Sitzbänke um sich zu treffen, vielleicht ein grosses Schach spiel für unterforderte Schüler oder eine Boccia-Bahn für Seniorinnen. Und zwischendurch könnte hier ein Grossanlass der vielen Hochdorfer Vereine stattfinden. Die Lärmbelastung ist wahrscheinlich bei einem Dauerparkplatz wesentlich höher als bei zeitlich beschränkten Anlässen. An den Wochenenden gibt es für das Verkehrsaufkommen in Hochdorf zahlreiche Parkmöglichkeiten im Industriegebiet oder bei den Grossverteilern.

Der umstrittene Parkplatz lässt sich nur mit der Ablehnung des Budgets 2019 und des Finanzplans verhindern. Legen Sie deshalb ein Nein in die Urne.

Werni Meyer, Hochdorf

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